Freund/innen dieses Blogs

Emma Dilemma, Gedanken Chaos , CoraLino unsere blogbar, cora...der kleine drache, espresso1411, marieblue, Buchecke, dino, Zwischen Glück & Depression ;), My little world,
(Der/Die Besitzer/in dieses Blogs hat diese User/innen zu ihren Freund/innen gemacht.)

Statistik

  • 1997 Tage online
  • 57251 Hits
  • 61 Stories
  • 1217 Kommentare

Letzte stories

Liebe Sissi!

Schau grad so bissl durch den Blog und m... indian,2016.12.06, 19:17

Liebe Sikamu!

Ich habe gerade entdeckt, dass Du heute... maine coon,2016.11.04, 21:38

17.10.2014

Einen Tag nach meinem Geburtstag. ;-) De... transakt,2016.06.03, 09:23

@sikamu

liebe sikamu! ich weiß, du hast s... marieblue,2016.01.21, 14:38

Liebe Grüße

möchte ich hier einfach mal dalasse... indian,2016.01.02, 19:00

Liebe Sissi!

Ach herrje, kommt wieder alles zusammen... indian,2015.12.20, 15:05

@sikamu

ich habe es gesehen..... GANZ genau habe... marieblue,2015.05.23, 22:05

Liebe Sikamu!

Ich hoffe du hattest wunderschöne W... minze,2014.12.31, 11:30

Kalender

April 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 

Suche

 

Aktuelle Blogs


    transakt (Aktualisiert: 23.4., 15:27 Uhr)
    Mamarosa (Aktualisiert: 19.4., 22:07 Uhr)
    soul (Aktualisiert: 19.4., 20:52 Uhr)
    CoraLino u... (Aktualisiert: 19.4., 20:44 Uhr)
    espresso14... (Aktualisiert: 19.4., 20:37 Uhr)
    marieblue (Aktualisiert: 18.4., 20:44 Uhr)
    lisselka (Aktualisiert: 18.4., 11:15 Uhr)
    kampfdembu... (Aktualisiert: 17.4., 23:04 Uhr)
    Millicent (Aktualisiert: 17.4., 18:41 Uhr)
    passionflo... (Aktualisiert: 8.4., 10:28 Uhr)
    mary76 (Aktualisiert: 4.4., 07:31 Uhr)
    Libelle (Aktualisiert: 4.4., 07:30 Uhr)
    souls Neua... (Aktualisiert: 1.4., 08:01 Uhr)
    Carina Obw... (Aktualisiert: 30.3., 15:25 Uhr)
    angi (Aktualisiert: 29.3., 20:51 Uhr)
    Tesas Blog (Aktualisiert: 26.3., 22:04 Uhr)
    GeDankeNlo... (Aktualisiert: 23.3., 16:42 Uhr)
    Hallo! (Aktualisiert: 23.3., 16:23 Uhr)
    LILI (Aktualisiert: 16.3., 22:18 Uhr)
    fulmi (Aktualisiert: 16.3., 20:28 Uhr)
    ercabi (Aktualisiert: 16.3., 19:19 Uhr)
    malou001 (Aktualisiert: 13.3., 19:27 Uhr)
    sivi84 (Aktualisiert: 11.3., 00:03 Uhr)
    Black Blog (Aktualisiert: 6.3., 18:46 Uhr)
    Motorradto... (Aktualisiert: 5.3., 12:14 Uhr)
    Lieblingsm... (Aktualisiert: 4.3., 01:04 Uhr)
    Nadine (Aktualisiert: 3.3., 11:05 Uhr)
    Mrs Robins... (Aktualisiert: 1.3., 09:29 Uhr)
    vanilleduf... (Aktualisiert: 27.2., 18:39 Uhr)
    kersi (Aktualisiert: 27.2., 15:48 Uhr)
    notanymore (Aktualisiert: 18.2., 21:59 Uhr)
    Freigeist... (Aktualisiert: 7.2., 10:22 Uhr)
    muttertage (Aktualisiert: 1.2., 12:31 Uhr)
    palmen (Aktualisiert: 29.1., 08:12 Uhr)
    indian (Aktualisiert: 29.1., 00:11 Uhr)
    apple:-) (Aktualisiert: 26.1., 10:16 Uhr)
    bibi (Aktualisiert: 24.1., 21:31 Uhr)
    sandra38 (Aktualisiert: 24.1., 19:29 Uhr)
    Jette (Aktualisiert: 19.1., 11:42 Uhr)
    Sadee (Aktualisiert: 14.1., 19:03 Uhr)
    Probier da... (Aktualisiert: 14.1., 15:09 Uhr)
    TinasWelt (Aktualisiert: 7.1., 21:19 Uhr)
    Adventskal... (Aktualisiert: 7.1., 21:07 Uhr)
    paintinggi... (Aktualisiert: 7.1., 18:14 Uhr)
    Herr Elfe (Aktualisiert: 3.1., 19:11 Uhr)
    norden73 (Aktualisiert: 3.1., 19:06 Uhr)
    cora...der... (Aktualisiert: 26.12., 21:32 Uhr)
    claudia69 (Aktualisiert: 24.12., 12:54 Uhr)
    Der Keksbl... (Aktualisiert: 22.12., 19:27 Uhr)
    welle (Aktualisiert: 22.12., 14:32 Uhr)
Freitag, 17.10.2014, 21:27

Vorletzte Woche hab ich endlich nach 3 ½ Jahren Karenz wieder zu Arbeiten begonnen. Ich liebe meine Arbeit und meine Psyche und mein Gehirn haben in der langen Zeit zu Hause jetzt schon sehr nach neuen Herausforderungen und Bewährungsproben gelechzt.
Begeistert, mit viel Elan und einer Energie, die meine Kolleginnen fast ein bisschen eingeschüchtert hat, bin ich also am ersten Arbeitstag aufgetaucht und wollte gleich die Arbeitswelt aus den Angeln heben. Ein paar Tage hat das auch gut geklappt, aber dann...

Dann wurde mein tierischer Enthusiasmus letzte Woche von einem kleinem Blatterl heftigst ausgebremst. Weil ich nämlich verspätet von zu Hause wegkomme, radl ich wie der Wind und ohne meine Radbrille (die hab ich nämlich im chaotischen Kinderverabschieden, Ehemann noch Infos geben und Essen für mich Einpacken total vergessen) auf der Donausinsel an Büschen vorbei und durch Blätterhaufen. Irgendwo fliegt mir dann ein klitzekleines Stück von einem Blatt ins Aug. Und am nächsten Tag hab ich eine ausgewachsene bakterielle Bindehautentzündung, bei der ein Einäugig verschwollener mit Eiterkruste sieht, dass da an Arbeiten nicht zu denken ist. Super, grad mal eine ein paar Tage gearbeitet und gleich der erste Krankenstand. Das Arbeistier in mir ist genervt und verschränkt beleidigt die Arme...so war das nicht ausgemacht *hrmpf*!

Ich tropf brav ein, besuch mit rotem Aug am Wochenende aufgeregt meine Fortbildung und komm am Sonntagnachmittag fröhlich, angepackt mit Wissen und einem nur mehr sehr dezent rotem Aug nach Hause. Das Arbeitstier stellt die traurig eingerollten Ohren wieder auf und strahlt...morgen geht es also dann endlich los...arbeiten, denken, planen, therapieren...hach, wird das schön!

Da legt sich plötzlich das kleine Kind ganz ungewohnt kuschelig zu mir auf die Couch und sagt, was es nur sagt, wenn es richtig, richtig und ganz in echt krank ist „Mama, ich bin sooooo müde!“ Die Alarmglocken klingeln bei der Mutterhenne: „Oh nein, das Küken is krank, braucht Liebe, Wärme, was zum Trinken und viel Ruhe.Her mit dem Fiebermesser! Holts die Globuli!“

Aber diesmal ist die Mutterhenne nicht die einzige, die da mitzureden hat. Es schaltet sich das Arbeitstier ein: „Du weißt aber schon, was das bedeutet, gell? Nix mit Arbeiten am Montag. Klienten absagen- schon wieder! Und Kinder hüten – so wie die letzten 3 ½ Jahre! Kein Wissen anbringen, nix Planen, Therapien undsoweiter...“ Grantelnd steht das Arbeitstier vor der Mutterhenne, die sich aufgeplustert schützend vor ihr Küken stellt und schon beginnt der schönste Streit...

Na, so hab ichs gern, jetzt steh ich da also, zwei Wochen nach Arbeitsbeginn, allein aber zwiegespalten vor den neuen Umständen meines Lebens. Zähnin ist krank, richtig und in echt mit hohem Fieber und starken Halsschmerzen. Die Mutterhenne in mir mag nichts lieber, als dieses Kind aufzupäppeln und zu betreuen, während das Arbeitstier sich verzweifel die Federn rauft , weil es nicht loslegen kann und in seinem enthusiastischen Tun dauernd durch blöde bakterielle Entzündungen oder blöde kranke Kinder behindert wird.
Ich hab mich dann mit den beiden in Ruhe zusammengesetzt und ausgeschnapst, dass jetzt wohl besser die Mutterhenne das Ruder übernimmt und sich das Arbeitstier leider noch einmal gedulden wird müssen, auch wenn es schon nach neuem Input und Arbeitsverrichtung giert.

Mutterhenne spielt dann auch begeistert Pirat im Schachtelschiff oder lässt sich als Patient den Bauch aufschneiden, weil das kranke Kind dort drinnen Raben vermutet, die da ja auch wirklich nichts zu suchen haben. Dazwischen putzt und wäscht sie, was in den letzten Wochen wegen der Vorherrschaft des Arbeitstieres liegengeblieben ist und bastelt mal schnell aus Taschentüchern und Watte zwei Gespenster, die das Küken liebevoll verziert und der Schwester und dem Papa stolz präsentiert. Die Mutterhenne klopft sich stolz selbst auf die Schulter, das hat sie gut gemacht!

Währenddessen sitzt das Arbeitstier im hintersten Winkerl, bohrt mit dem Finger in der Nase, schaut fad und gleicht einem Häuflein Elend.

Am Mittwoch endlich scheint es dem Küken besser zu gehen. Das Arbeitstier frohlockt, springt schon im Kreis vor lauter Freude und scheucht Mutterhenne und Küken zum Arzt, um eine Pflegefreistellung für die letzten drei Tage zu bekommen.
Das Arbeitstier lassen wir draussen im Wartezimmer, weil es im Behandlungsraum immer nur unangenehm dazwischenruft.
Daher bekommt es nicht mit, dass der Arzt das Küken anschaut, den Kopf schief legt, in die Ohren und den Hals schaut und dann meint. „Ein paar Tage werdens ihr noch geben müssen. Im Ohr seh ich einen Erguss und der Hals ist noch extrem rot.“ Mutterhenne nimmt das Küken unter die Federn, kuschelt mit ihm und sagt „Dann bleiben wir zwei einfach noch ein paar Tage zu Hause, gell, Schatzerl!? Wir haben ja noch gar nicht alle Conni-Bücher gelesen und das Fernrohr ist auch noch nicht fertiggebastelt“ „Piep“ sagt das Küken, schmiegt sich an die Mama und schaut ganz glücklich.

Das Arbeitstier tobt, als wir auf der Strasse sind:“Immer diese Kinder, nix kann man tun, alles richtet sich nach ihnen! Wo bleibt die Gerechtigkeit für Arbeitstiere, die sich immer hinten anstellen müssen. Und überhaupt, warum müssen denn immer die Mutterhennen zu Hause bleiben? Haben die Kinder denn keinen Vater?
Aber dem Arbeitstier gehen die Argumente aus, als ich ihm erklär, dass der Vater der Kinder fünf Mal mehr in der gleichen Zeit verdient als es selber...aber das nur, wenn er anwesend ist. Pflegefreistellung gibt’s beim Hahn keine...nur Erscheinen und kassieren oder Nicht Erscheinen und Nicht Kasssieren. Da ist es wohl klar, dass sich bei der Krankenbetreuung das Arbeitstier und die Mutterhenne arangieren müssen.

Armes Arbeistier... es ist total geknickt. Die ganze Energie der ersten Arbeitswoche hat sich in Luft aufgelöst. Kurz droht es an, sich ein anderes Leben zu suchen, eines wo man zum Arbeiten kommt und wertgeschätzt wird.... aber Gotts sei Dank kann es sich dann doch nicht von mir trennen und verspricht, zu warten und der Mutterhenne keine Vorwürfe mehr zu machen, bis das Küken wieder ganz gesund ist. Dafür verspricht die Mutterhenne, den Hahn hin und wieder zur Krankenbetreuung heranzuziehen, damit das arme Arbeitstier nicht immer zurückstecken muss.

So hat also das Chaos nach langer Abwesenheit wieder Einzug in mein Leben gefunden. Und diesmal nicht als wilde, schräge und komplizierte Umstände von Außen sondern als chaotische Konflikte und widersprüchliche Gefühle in mir drin.
Irgendwie kann ich mich noch nicht ganz mit diesem internen Chaos anfreunden...es ist mir noch zu wenig vertraut und ich hab noch zu wenig Erfahrung damit, dass ich auch damit gut zuecht kommen kann. Aber ich versuche offen zu sein, meine Stärken auszuspielen, damit ich bald wieder schreiben kann:
„Ich liebe das Chaos!“


Mittwoch, 11.06.2014, 10:02

Klein-Tarzan im Großstadtdschungel

Es ist Samstag...ein ganz normaler. Also einer, an dem ich um 5.15h mit einem freundlichen aber bestimmten “MAMA !HELL IS!” geweckt werde.
Zähnin spricht diese von mir gefürchteten Wörter muttersprachlich einwandfrei deutsch aus, doch irgendwie schaffen es meine Synapsen in dieser unmenschlichen Morgenstunde doch immer wieder, ihnen einen englischen Beigschmack zu verleihen. Der Tag nimmt also schon hier seinen chaotischen Lauf. Zähnin will auftsehen und Mama hört nur, was sie gerade fühlt, nämlich, dass das die Hölle sein muss.
Aber da nutzen sowohl falsch Verstehen oder Ignorierien, als auch unter der Bettdecke verstecken oder mit Pixie-Büchern hinhalten wollen nichts. Die Maus will raus und ich bin dran!

An diesem Samstag hab ichs eh gut, muss ich doch wenigstens das etwas später erwachende Zicklein nicht gemeinsam mit der kleinen Schwester bespaßen. Die neunjährige Mamdame ist am Vormittag zu einer Geburtstagsparty nach Schönbrunn eingeladen und die Eltern eines Klassenkollegen holen mir meine großes Kind um 9h ab und führen sie hin.
Da hab ich dann endlich mal Zeit allein mit der Kleinen und überlege, was sie gerne mal ohne die nervende Schwester machen würde...
Eigentlich ganz klar! Park gehen wirds; schaukeln, rutschen, Grashalme rupfen, Fliegen jagen, sich vor Ameisen fürchten und seite Neuestem (seit es warm genug ist, die Schuhe auszuziehen und Wasser mitzunehmen) auch das Sandspielen.
Also stehen die Zähnin und ich um 9h vollbepackt mit Sandspielzeug, Essen, Trinken, Ersatzhose (und was man sonst halt noch für so einen einstündigen Ausflug in den Park braucht) auf der Strasse vor unserem Haus und winken dem Zicklein hinterher, das gerade ladylike in einen BMW eingestiegen und davongebraust ist.

Die Luft ist warm, der Tag ist klar. Voll Tatendrang brechen Zähnin und ich auf...
… und stehen 5Minuten später schon vor der Sandkiste (bei unserer beschriebenen Ausrüstung hättet ihr jetzt wohl eher an eine mehrstündige Wanderung gedacht, gell?).
Zähnin schleudert die Sandalen gekonnt vom Fuß (was sie in der Früh im Kindergarten NIE NIE NIE!!!! hinbekommt)und schreit, während sie mit vollem Eifer das Sandspielzeugsackerl aufmacht: “WASSER HOLEN BÜÜÜÜTTÄÄÄÄÄÄÄ!” Ihr könnt den Dackelblick und die bittend gefaltenen Hände jetzt nicht sehen...aber büttäää stellt sie euch vor. Ein Bild zum Mamaherzen erweichen. Aber viel zu erweichen gibts da bei mir eh nicht,sind wir ja doch genau dazu hier: zum hemmungslosen Gatschen und Mantschen und Sandspielen.

Und das machen wir dann auch...Gatschen, Mantschen und all das...hemmungslos natürlich sowieso.
Die Zähnin ist glücklich und dort, wo kein Leiberl und keine Hose ist, total unter einer Gatschpanier verschwunden. Schon faltet sie die kleinen sandpanierten Speckhändchen erneut und setzt zum nächsten “Wasserholen büütttääää! “ an, da überlegt sie es sich und nuschelt: “Nana, i nu nunu!” . Ich beug mich gefährlich nahe zum kontaminierten Kind und frag nochmal nach. Da sagt sie ganz leise und verschämt “Mama, ich muss Lulu...” und mit einem gekonnten Augenaufschlag setzt sie noch ein “Hose is nass!” nach.

Na, super. Eigentlich wollt ich die Maus schnell waschen, bevor ich sie irgendwo in die Büsche halt, damit ich nicht co-paniert werde während sie ihr dringendes Geschäft verrichtet. Jetzt ist aber die Hose schon nass, was bedeutet, dass das Geschäft nicht mal mehr diesen Aufschub duldet. Es bleibt mir also nix übrig und ich schnapp das gatschbekleckerte Kind, lauf mit ihm zu den Büschen und der Rest der Nässe ergießt sich in die Botanik.
Die Hose ist hinüber und die Mutter im wahrsten Sinne des Wortes angeschmiert. Aber dreckgewöhnte Mütter von Kindern, die gerade mitten im Sauberwerden stecken, die gehen nie ohne Ersatzhose ausser Haus. Ja, richtig gelesen, nicht mal ich, die Chaosqueen traut sich da ohne Ersatzhose raus. Und ich selber hab in Erwartung der kommenden dreckigen Ereignisse sowieso nur schnelltrocknende und gut waschbare Sachen angezogen. Eigentlich is also nix Tragisches passiert!
So zieh ich das Mauserl (ganz stolz, dass ich die Ersatzhose nicht zu Hause vergessen hab!) um, schärf ihr nochmal ein, mir das nächste Mal ein bisserl mehr Zeit zum Buschaufsuchen zu lassen und setz das freudig strahlende Kind wieder in sein sandiges Paradies.

Zähnin gatscht, schmiert sich ein , parniert mit Begeisterung Hände, Unterarme, Zehen und Unterschenkel, kurz alles, was nicht stoffbedeckt ist. Sie hockerlt sich breitbeinig hin und greift mit beiden Händen genüsslich in die Matchmassen, da entkommt ihr ein überraschtes und sehr erstauntes “Oh!”
Kurz abgelenkt von einem anderen Kind, dass sich mit seiner Mama streitet, weil es sich auch so gründlich einsauen will wie meine Zähnin., schau ich alamiert zu ihr und da seh ich das “Oh!”
Zähnin hat die Hände im kalten Gatschwasser und die Füße auch. Bei soviel kaltem Wasser von allen Seiten sich hat die Kleinkindblase offensichtlich nicht mehr halten können und ihre Schleusen geöffnet.Mein Kind pinkelt also tatsächlich durch eine dünne Stoffhose hockerlnd mitten in die Sandkiste. Schamesröte steigt mir auf (die man Dank der Hitze gottlob auch anders deuten könnte). Mit soetwas hab ich wirklich nicht gerrechnet...und der Zähnin sieht man es im Gesicht an, sie auch nicht!

Ich spring, wie von de Parkameise gestochen auf, schnapp die Zähnin und bring sie eilig und tropfend zu den vorhin schonmal erwähnten Büpchen. Dort angekommen reiss ich ihr die klatschnasse Hose vom Leib und red ihr gut zu, das letzte Lackerl hier zulassen. Brav folgt sie der Anweisung und steht dann etwas verloren wirkend neben mir, als ich mit Küberl und Schaufel den vom Kind kontaminierten Sand entferne, damit das andere Kind vielleicht den Hauch einer Chance hat, sich heute auch nochmal richtig dreckig machen zu dürfen.
Drei Minuten später und alle Unfälle bereinigt wende ich mich wieder der Zähnin zu.

Wie tun wir jetzt, wir zwei Hübschen? Ich bin zwar dreckgewöhnt und mit Kleinkind mitten im Sauberwerden, aber dritte Hose hab ich wirklich keine mehr dabei. Was mach ich also mit der nackepotschigen Maus? Ich bin ja gar nicht dreckphobisch bei meinen Kindern, aber mit nacktem Unterteil in der Sandkiste...das ist nix für den Zähninpopo und den Rest des zähnischen Untergestells. Da werden wir jetzt wohl nach Hause gehen müssen. Aber so? Nur mit Leiberl und unten ohne? Selbst die fünf Minuten nach Hause will ich das dann doch nicht. Denn auf dem Weg nach Hause, da gibts noch allerlei zu sehen und so tolle Bänke zum Hinsetzen und so Steine zum Hinsetzen und Gehwege zum Hinsetzen...und überhaupt fallen einer Dreijährigen garantiert viele Möglichkeiten ein, ihren Popo kreativ und altersgerecht aber ohne Mamas Zustimmung zu parken. Nein nein, nackert is nicht! Der Zähninpopo muss irgendwie geschütz werden.

Noch nicht ganz sicher, wie ich machen werden, nehm ich das gatschige anlulute Halbnackerbatzerl an die Hand und geh mit ihm zum Brunnen. Vorsichtig wasch ich die Zähnin von unten bis ganz unten gut ab und säubere auch die noch immer verpickten Hände und Unterarme. Jetzt steht ein sauberes aber sehr nasses halbnackertes Kind vor mir und sollte eigentlich abgetrocknet werden.
Bei aller Organisiertheit, die ich mir im Laufe der letzten drei Jahre zugelegt hab...ein Handtuch hab ich jetzt echt nicht mit ( Nie gehabt! !! Und werd ich auch nie haben.!!!!!).
Aber wie's der Zufall will hab ich über meine Leinenhose einen leichten Baumwollrock angezogen (weil ich trotz Chaos und Übergewicht halt doch auch ein bisserl eitel bin). Ruckzuck zieh ich den aus und Mauserl wird von oben bis unten trockengerubbelt. Und wo wir schon beim Ausziehen sind nehm ich mein lila Kopftüchl runter,mach den Knoten auf und zwei Minuten später läuft die Zähnin stolz mit einer lilagemusterten Tarzanhose und einer grinsenden Mutter auf den Parkwegen und Strassen Richtung heimwärts.

Ja, so lieb ich das Leben.
Wenn mein Kind im Gtasch spielt, vor lauter Freude am Spielen auf so Kleinigkeiten wie den rechtzeitigen Klogang vergisst. Wenn ich sie wasche und mir dann einfach so alle Lösungen in den Schoß fallen, weil ich es gewöhnt bin, zu Imporvisieren.
Dieses erfolgreiche Improvisieren können und das erhebende Gefühl danach, die Herausforderung gemeistert zu haben, sind die wunderbarsten Momente, die mir das Chaos geschenkt hat.

Und dafür lieb ich das Chaos!

Bild: FreeDigitalPhotos.net



Dienstag, 14.01.2014, 22:28

Ich bin Tante! Schon wieder!
Na gut, zugegeben,....nicht ganz in echt. Nur halb echt. Die emotionale Hälfte, mit der man sich halt echt zugehörig zu so einem kleinen Wuzerl fühlt, diese Hälfte mein ich.
Die andere Hälfte (also die der echten Blutsverwandschaft) fehlt mir in diesem Falle, was aber nicht heißt, dass ich dieses Kind weniger mag. Die emotionale Hälfte is nämlich groß genug für beide Hälften und deswegen gilt der Tanten-Gedanke auch, find und hoffe ich!

Wie bitte? Details? Ja gern!
Also, die Leila (beste Trauzeugin von allen) is Mama geworden. Was den Bruno (besten Trauzeugen von allen) zum Papa macht.
Sarah ist ihr Name und sie ist winzig, herzig und ganz ganz süß. Noch kann sie nicht viel außer Plärren beim Wickeln (gar nicht das Lieblingsprogramm der jungen Dame...wahrscheinlich, weil die vermaledeiten Eltern die Windel immer dann wechseln, wenn’s gerade so schön feucht, warm und gemütlich drin wird) oder genüsslich Mamamilch trinken oder tiefenentspannt auf Papas
Brust büseln.

Sarah hat mein neuerliches Tantendasein mit einem ziemlichen Paukenschlag gestartet. Sie hat just an dem Tag zur Welt kommen wollen, an dem ich mit Kind und Kegel (und dem besten aller Göttergatten) gestresst und schweißgebadet vom alljährlichen (aus tiefstem Herzen gehasstem) Kofferpacken nach Kärnten zum Weihnachtenfeiern fahr.
Vorher hab ich Sarah noch des öfteren durch Mamas Bauch hindurch versichert, dass die erste Mütze, die sie je auf ihrem zarten Haupt haben wird, eine gehäkelte von Tante Dee sein wird. So eine ganz feine weiche, die ein frischgeschlüpftes Kopferl warm hält und hübsch macht. Gott sei Dank hat sich die Leila genau so eine Haube für ihr Kind von mir gewünscht und so musste ich ihr das nicht andrehen.

Ach ja, den Paukenschlag wollt ich erzählen...
Da steh ich also da, in Kärnten, in der Küche von meiner Mama und bin ganz baff. Weil Sarah es wissen wollte, ob die Tante auch in Extremsituationen Wort hält und die Haube rüberwachsen lässt. Die Leila hat mir nämlich grad höchstpersönlich übermittelt, dass ihr Kind schon da is. Und ich freu mich narrisch und frag, obs allen gut geht und wo denn der (sicher total stolze) Papa is. Und dann hör ich zu und freu mich weiter und dann leg ich auf und freu mich weiter. Und dann sag ich’s meinen Lieben und freu mich noch immer...

Und dann freu ich mich nimmer!
Weil grad is mir eingefallen: wie kommt jetzt die versprochenen Haube, erstes geschenktes Kleidungsstück der neuen Erdenbürgerin, auf deren Kopf? Das kann doch jetzt nicht eine Woche lang pudelmützen-nackig herumliegen bis ich endlich wieder in Wien bin, das arme Kind.
Und versprochen hab ich’s doch auch...ich mag ja nicht schon am allerersten Lebenstag dieses wunderbaren Geschöpfes als „ die oide unzuverlässig Dee-Tant’ “ dastehen.
Mit der Post vielleicht schicken, denk ich mir? Pöh, dass ich nicht lache, denk ich mir gleich drauf…weil Lachen brauch ich da nicht…eher zum Weinen wird mir. Bis die Post mein Packerl über die Feiertage von Klagenfurt nach Wien verfrachtet...da bin ich vorher selber schon zweimal wieder Zuhause. Na, dann vielleicht ein Botendienst? Obwohl die werden wohl auch nicht arbeiten...oder der Haubentransport kostet 100x soviel wie das gute Stück selbst...auch nicht sinnvoll!
Es bringt das ganze Grübeln nix...es geht nicht! Sarah muss eine Woche auf ihre Haube warten. Aber was ist, wenn die Haube so klein geraten ist, dass sie ihr nur die erste Woche passt und dann nimma? Arrrgghhhhh..ich werd damisch...da muss doch was gehen! Aber es geht gar nix trotz vielem Hin- und Hergedenke. Ich kann halt mit dem reinen und aus tieftsem Herzen kommenden Wollen beim besten Willen nicht zaubern.
Ich lass den Kopf hängen und schau trauriger als meine Zähnin, wenn die Zicke sie aus dem Kinderzimme aussperrt. Na ja, ich muss es einsehen: Wenn’s nicht geht, dann geht’s halt nicht! *Snüff*

Da erscheint mir (den Tränenden näher als den Trockenen) plötzlich ein Engerl...dort.... mitten in der Küche. Und es hat Frohes zu verkünden. Seine Botschaft lautet „Schau auf Facebook, Sista!“ .- Hä???
Ja, gell, da hättet ihr inhaltlich etwas anderes erwarte. Aber auch optisch lässt dieses Engerl etwas weihnachtliches Frohlocken vermissen. Es ist groß, und ein bisschen zu maskulin für meinen Engerl-Geschmack. Zumindest auf ein Paar Flügerl hätt ich gehofft. Mit einer zerfransten Jeanshose und einem schlabbrigem T-Shirt hab ich bei einer solchen Erscheinung wirklich nicht gerechnet. Wenigstens das sanfte Leuchten eines Heiligenscheines hätt drin sein können. Aber so leuchtet nur das Display des Smartphones in seiner Hand. Das Engerl schaut einfach ganz nach meinem Bruder Jay aus.
Gut, einerseits hätte es optisch durchaus schlimmer kommen können und andererseits ist die frohe Botschaft auf den zweiten Blick deutlich weniger bescheuert , als sie auf den ersten vermuten hat lassen.
Im ersten Moment denk ich mir natürlich: Jaja, Facebook- die Lösung der GenerationY für alles und jedes. Und wie soll das gehen? Hauberl einscannen, uploaden, an die Jungfamilie mailen und mit dem 3D-Drucker dann ausdrucken, oder wie?

Tja, ich bin schon zu alt (noch vor GenerationX) und nicht ganz FB-fit. Mein Bruder dafür umsomehr und dafür ist er an diesem Tag mein persönlicher Held.
Er schaut nach einer FB-Gruppe für Fahrgemeinschaften von Klagenfurt nach Wien und wird fündig. Dann schreibt er eine wahnsinnig rührende SMS mit einer kurzen Erklärung des Dilemmas an einen User, der am nächsten Tag tatsächlich nach Wien fährt. Sie endet mit den Worten. „Du würdest einem kleinen Mädchen eine große Freude machen!“ Der muss ja nicht wissen, dass das kleine (im Sinne von etwas kurz geratene) Mädchen ich bin *ggg*.

Bald darauf kommt eine Antwort. Er macht es! Er holt mein Packerl sogar direkt von meiner Mama ab, weil er in der Nähe wohnt, und er stellt es direkt ins Krankenhaus zu, wo die Leila und Sarah nur so Augen machen werden, wenn sie morgen ein Packerl kriegen.
Um die erfolgreiche Packerlzustellung auch wirklich zu gewährleisten, ruf ich noch schnell beim Portier im Krankenhaus an und frag nach, ob er denn so ein einsames weitgereistes Packerl von einem dahergelaufenen FB-User annehmen würd und er hat offenbar einen ( für raunzige Wiener-Verhältnisse) guten Tag und brummelt was von „Des werma scho mochn...“

Am nächsten Tag am Nachmittag klingelt es bei meiner Mama und das zweite Engerl steht vor der Tür. Genauso überraschend (weil extrem pünktlich) wie das erste. Und auch viel größer als gedacht. Auch sehr maskulin. Wieder keine Flügel, wieder keinen Heiligenschein...aber das bin ich je jetzt eh schon gewöhnt. Dafür mit der offenbar für Engerl in dieser Zeit obligatorischen Jeanshose und dem Schlabbershirt. Dafür sagt das Engerl in Kärntner Dialekt: „ Servas, i bin da Flo“. Der Flo wirkt etwas müd und angespannt, aber er schafft ein breites Grinsen, als ich das Packerl mit einem strahlenden Lächeln, einem kleinen Trinkgeld und einer Riesenpackung Merci für die Wien-Fahrt an ihn übergebe.
Als das Packerl davonbraust bin ich happy und schreib meinen Trauzeugen “Ein Packerl geht auf Reisen :o) “...

24 Stunden später telefonier ich mit einem verwunderten Bruno und einer erstaunten Leila. Leila hat am Vorabend um 22.30h von einer Schwester ein Packerl aufs Zimmer zugstellt bekommen. Sarahs Name, die Geburtenstation und das Krankenhaus standen drauf, es war aber nicht frankiert. Wobei, um diese Uhrzeit stellt die Post ja sowieso schon lang nicht mehr zu. Wie also ist das Packerl zu ihnen gelangt? Begeistert erklär ich den beiden lang und breit, wie ich mit Hilfe von zwei etwas gewöhnungsbedürftigen Engerl dieses Kunststück geschafft habe. Und sie freun sich.

Und, hach, wie ich freu mich!!!. Es hat geklappt und so gut auch noch dazu...
Nur kommen wir drauf, dass es gar nicht notwenig war...weil der Sarah das Hauberl noch viel zu groß ist. Aber das konnten ich und die zwei Engerl ja nicht wissen. Und so hat sie es trotzdem bekommen und einen Tag nach ihrer Geburt tatsächlich schon aufgehabt. Trotz zu groß...weil die Leila und der Bruno gewusst haben, mit wie viel Liebe und Anstrengung es gemacht und vor allem überbracht wurde. Da haben sie’s der Maus aufgesetzt und der hart wartenden Pseudo-Tante ein Foto geschickt.

Diese Geschichte werd ich der Sarah noch in 20 Jahren erzählen. Und sie wird schon die Augen rollen, wenn ihre alte Tante zum 20igsten mal damit anfängt „...und könnts euch noch erinnern... Am Tag ihrer Geburt, da waren ich und ihr Hauberl in Klagenfurt und sie in Wien. Wie kommt das jetzt dorthin, werdets ihr euch fragen. Na ja, zwei Engerl haben geholfen.....“

Ja, zwei Engerl haben geholfen...und das Chaos auf eine ihm sonst so fremde Art und Weise - nämlich durch vornehme Zurückhaltung Zeitgerecht hat alles geklappt wie am Schnürchen. Ohne Unfälle, Vorfälle, Hinfaller und sonstige Fälle.... einfach ein Mal hat Alles nur astrein funktioniert!
Für diese fast übermenschliche Leistung im Angesicht einer berührenden Geburtstags-Weihnachtsgeschichte bin ich dem Chaos auf ewig dankbar und sage aus vollster Überzeugung:

Ich lieb dich, mein Chaos!

Bild: FreeDigitalPhotos.net